Kreisfahrt: 1000 Radfahrende demonstrieren für eine umweltbewusste Mobilität

1000 Radlerinnen und Radler machten die diesjährige Kreisfahrt zu einem vollen Erfolg. Die Demonstration startete am Potsdamer Platz, zog durch Kreuzberg Richtung Friedrichshain, durch den Wedding nach Westen, über den Kufürstendamm und erreichte schließlich pünktlich vor den ersten Regenschauern das Brandenburger Tor.

Bereits das 15. Jahr in Folge starteten Fahrrad-Aktivisten am Samstag, den 19. September, um auf die Bedeutung des Fahrrads als umweltfreundliches Verkehrsmittel aufmerksam zu machen und seine Gleichberechtigung gegenüber dem motorisierten Individualverkehr zu fordern.

Kleiner und übersichtlicher als bei der ADFC-Sternfahrt geht es zu. Das macht es auch einfacher, sich zu treffen und während der Fahrt zu plaudern, und so zog um 14:00 Uhr eine gesellige, bunte Gruppe los, die hier und da musikalisch von zweirädrigen Soundsystemen beschallt wurde. Die Route der Kreisfahrt kommt anders als die der Sternfahrt ohne Autobahnabschnitte aus, und führt stattdessen gut sichtbar durch die Hauptverkehrsadern um die Stadt.


Die Kreisfahrt, die jedes Jahr ein anderes Thema zum Fokus hat, stand diesmal unter dem Motto: „Flexibel ans Ziel – mit Fahrrad, zu Fuß, mit Bahn & Bus!“. Anlass war die Europäische Woche der Mobilität, die sich 2015 der multimodalen Mobilität widmete, also der Verknüpfung verschiedener umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Der stellvertredende Landesvorsitzende des ADFC Berlin, Boris Schäfer-Bung, leitete den Auftakt der Demonstration mit einem kurzen Redebeitrag ein. „Knapp 15 % aller Wege in Berlin werden mit dem Fahrrad zurückgelegt, aber immer noch 30 % individuell motorisiert. Um den Radverkehr zu stärken, muss die Politik jetzt handeln”, konstatierte er. Während der Demonstrationszug mehrmals S-Bahn-Linien überquerte und weite Strecken neben der Tram radelte, war das Thema Multimodalität auch Gegenstand vieler Gespräche der Teilnehmenden. Denn alle kennen die täglichen Probleme, wenn Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr zusammen genutzt werden sollen, um ans Ziel zu kommen: Ungern lässt man das Rad an Bahnhöfen oder Haltestellen stehen, zu oft kann man es nicht mitnehmen. „Es muss einfacher werden, Fahrradfahren mit dem öffentlichen Nahverkehr zu kombinieren. Dafür braucht es sichere Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen und mehr Platz für Fahrräder in Bussen und Bahnen“, erklärt Schäfer-Bung dazu.


An diesem Tag hatte jedoch keiner vor, die Ringbahn zu nehmen. Aus eigener Kraft umrundeten alle gemeinsam die Stadt, um gegen 17:15 Uhr auf die Zielgerade von der Siegessäule Richtung Brandenburger Tor einzuschwenken. Hier sammelten sich die zahlreichen Mitradgelegenheiten, um gemeinsam im Verband in die verschiedenen Bezirke heimzukehren. So hat es wohl nicht jeder vor dem dann einsetzenden Regen trocken nach Hause geschafft, aber geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid.