Öffnung der Einbahnstraße Schulenburgring

Schulenburgring von Süden

Wieviel Platz brauchen Autos in einer Kurve, um Radfahrer nicht zu gefährden?

Die Einbahnstraße Schulenburgring ist gemäß Berliner Radverkehrsstrategie für Fahrräder in Gegenrichtung geöffnet worden und unser Bezirksamt hat aus Sicherheitsgründen an einigen Stellen das Parken in der Kurve verboten. Einige Anwohner, allen voran der Regierende Bürgermeister Michael Müller, hatten sich darüber beschwert. Am 16.11. findet in der Kirche auf dem Tempelhofer Feld’, Wolffring 72 in 12101 Berlin eine Einwohnerversammlung dazu mit einer öffentlichen Einladung statt. Hier veröffentlicht die ADFC-Stadtteilgruppe Tempelhof ihren offenen Brief zu diesem Thema:

Sehr geehrtes Mitglied des Abgeordnetenhauses und Regierender Bürgermeister von Berlin lieber Herr Müller,

bezugnehmend auf Ihren offenen Brief in Sachen Schulenburgring vom 13.07.2017 liegt es uns als Mitglieder der Stadtteilgruppe des ADFC Tempelhof am Herzen festzustellen:

1. Der Schulenburgring – und in der Verlängerung nach Süden der Leonhardyweg – stellt eine wichtige Radverkehrsverbindung zur Vermeidung des stark verkehrsbelasteten Tempelhofer Damms dar.

2. Da für die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit die Sichtbeziehungen an der Einmündung Schulenburgring / Manfred-von-Richthofen-Straße gewährleistet sein müssen, erscheint die Umwidmung der Kfz-Stellplätze in dem in der Kurve liegenden Einmündungsbereich notwendig.

3. Wir geben zu bedenken, dass in der öffentlichen Debatte offenbar mehrere Parkverbotsabschnitte im nördlichen Schulenburgring miteinander vermengt werden, die nur in Teilen für die Öffnung der Einbahnstraße für den Radverkehr notwendig geworden sind. Die verschiedenen Funktionen der Parkverbotsabschnitte sollten in der Diskussion vielmehr klar voneinander unterschieden werden.

4. Der FahrRat Tempelhof-Schöneberg hat sich 2016 und 2017 mehrfach mit der Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr im Bezirk befasst (ua im Beisein von Stadtrat Schworck), auch den Schulenburgring betreffend. Der bezirkliche Ausschuss für Straßen, Verkehr, Grünflächen und Umwelt sprach sich ebenfalls für die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr aus, zuletzt in seiner Sitzung vom 22.05.2017.

5. Ihr Aufruf “Selbstverständlich kann Unverständnis über diese überzogene Maßnahme auch direkt an das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg gerichtet werden.” – mit Nennung der Adresse und Telefonnummer der zuständigen Stadträtin – ist unserer Ansicht nach ein Unding, nicht nur weil Sie hiermit direkt zum Wutbürger-Protest gegen die Stadträtin aufrufen, sondern auch die Arbeit der zuständigen bezirklichen Gremien ignorieren.

Hiermit haben Sie in unseren Augen die Grenzen sachgerechter Kritik deutlich überschritten. Wie Sie sind auch wir sehr daran interessiert, die Situation für den Radverkehr in unserem Bezirk und in unserer Stadt auf eine Art und Weise zu verbessern, welche die Akzeptanz der Bevölkerung findet. Wir freuen uns auf Ihre Gesprächsbereitschaft und bitten um einen Termin in Ihrem Wahlkreisbüro.

Mit freundlichen Grüßen Ihre Detlef Wendtland, ADFC Fachreferent für bezirkliche FahrRäte und Mitglied des FahrRats Tempelhof-Schöneberg

Stefan Gammelien, Fachreferent ADFC StG Tempelhof und Mitglied des FahrRats Tempelhof-Schöneberg

öffentliche Einladung