Ideenwettbewerb „Deine Radschnellroute“ - ADFC präsentiert Vorschläge für Berlin

Mit einem Ideenwettbewerb suchte der ADFC nach Ideen für Radschnellrouten in Berlin. Am Montag präsentierte der Verband diese und andere spannende Vorschläge, die im Rahmen des Wettbewerbs eingereicht wurden. Die besten Ideen werden von der Senatsverwaltung in ihre Potenzialanalyse aufgenommen.

Bis 1. Juli 2016 konnten Berlinerinnen und Berliner ihre Vorschläge für Radschnellrouten einreichen (Wettbewerb und Anforderungen).

Jetzt hat die Jury folgende Vorschläge prämiert:

1. Preis: Panke-Trail Die Idee einer Radschnellroute von Buch auf aufgegebener Bahntrasse und Nebenstraßen parallel zur Stettiner Bahn bis hinunter zum Mauerpark hat unsere Jury überzeugt. Die Route bindet zahlreiche Ortsteile an das Pankower Zentrum an und stellt eine schnelle Verbindung nach Prenzlauer Berg, Wedding und Mitte her. Der Vorschlag 6 von Steffen Prowe erhält deshalb den ersten Preis. Routenverlauf: Karte auf GPSies

2. Preis: Görlitzer Park – Teltowkanal Der Vorschlag 4, eingereicht von der Initiative Fahrradfreundliches Neukölln, kombiniert den bestehenden Weg auf der stillgelegten Görlitzer Bahn mit den im Bau befindlichen Betriebswegen an der neuen A100 und den Güterbahntrassen am Neuköllner Schifffahrtskanal. Es entsteht so eine durchgehende, weitgehend kreuzungsfreie Radschnellverbindung vom Görlitzer Bahnhof bis zum Hafen Britz mit Anschluss an den Mauerweg entlang des Teltowkanals. Routenverlauf: Karte auf GPSies

3. Preis: Radschnellweg Nord Dieser Vorschlag von Martin Remppis sieht einen Radschnellweg von Frohnau auf den alten Gleisen der Nordbahn vor. Die Verwaltung plant allerdings, die Bahngleise südlich vom Bahnhof Wilhelmsruh wieder in Betrieb zu nehmen. Von Frohnau bis Wilhelmsruh hält die Jury den Weg aber für umsetzbar und prämiert die Idee mit dem dritten Platz.

Katalog-Jurybewertung und Übersichtskarte

Sonderpreise für interessante Typologien

Die Jury hat zwei weitere Vorschläge mit Sonderpreisen prämiert. Der Vorschlag 8 von Henri de Vries sieht ein Netz aus drei Verbindungen durch den Innenstadtbereich vor, die hauptsächlich als Fahrradvorrangrouten auf bestehenden Straßen verlaufen. Für die breiten Magistralen Kaiserdamm/Bismarckstraße und Frankfurter Allee wird ein Zweirichtungsradweg in Mittellage vorgeschlagen. Vorteil: Der Mittelstreifen wird nur von großen Straßen gekreuzt, Konflikte mit Rechtsabbiegern, Fußgängern, parkenden Autos, usw. sind ausgeschlossen.

Der Vorschlag 9 sieht eine Radschnellroute vom Charlottenburger Tor nach Rixdorf vor, auf der die Jury eine sehr hohe Nachfrage erwartet. Ein großer Teil der Verbindung verläuft kreuzungsfrei auf einem Steg im Landwehrkanal. Wenn dieses Modell sich technisch und räumlich umsetzen lässt, ist diese Typologie womöglich auf ähnliche Wasserstraßen übertragbar. Routenverlauf: Karte auf GPSies


Radschnellrouten können auch mittlere und längere Entfernungen mit dem Rad attraktiv machen. Dafür werden sie separiert vom Kfz-Verkehr mit einem leichtläufigen Belag, großzügiger Breite und einer weitgehend geraden, vorfahrtberechtigten oder kreuzungsfreien Streckenführung ausgestattet. In Berlin haben sie das Potenzial, vor allem Pendler zum Umstieg aufs Fahrrad bewegen. Deshalb hat der ADFC Berlin im Frühjahr mit dem Wettbewerb „Deine Radschnellroute“ alle Berlinerinnen und Berliner aufgerufen, ihre Routenvorschläge einzureichen. Die Ideen wurden von einer Expertenjury bewertet, bestehend aus Tilo Schütz (BUND Berlin), Evan Vosberg (Vorstand ADFC Berlin), Tim Lehmann (ADFC-Stadtteilgruppe Friedrichshain-Kreuzberg). Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt prüft derzeit in einer Potenzialanalyse mögliche Strecken für Radschnellrouten. Dieses Vorgehen hat Staatssekretär Christian Gaebler in einem Gastbeitrag auf der Pressekonferenz erläutert. Um auch die Radfahrenden selber an diesem Prozess zu beteiligen, werden Vorschläge des ADFC-Wettbewerbs in die Analyse aufgenommen.

Weitere Infos: Katalog-Jurybewertung und Übersichtskarte