10 Tipps, um sicher durch den Winter zu kommen

Wer auch im Winter Rad fährt, kämpft derzeit nicht nur mit der Kälte. Oft sind Radverkehrsanlagen nur unzureichend vom Schnee geräumt, obwohl das Gesetz es anders vorschreibt. Wir geben 10 Tipps, um trotzdem sicher Rad zu fahren.

1. Melden von ungeräumten Radverkehrsanlagen

Dem Gesetz zufolge muss Schnee auf auf der Fahrbahn – inklusive Radstreifen – komplett beseitigt werden. Radwege neben verkehrswichtigen Straßen sollen zeitnah zur Fahrbahn geräumt und gestreut werden. Der Schnee darf nicht auf Radwege und deren Zufahrten geschoben werden. Um auf Mängel aufmerksam zu machen, reicht eine kurze Meldung beim zuständigen Ordnungsamt. Am schnellsten geht das telefonisch. Die Durchwahlen der verschiedenen Ordnungsämter finden sich hier. Ist das Amt telefonisch nicht erreichbar kann die meldung auch online unter ordnungsamt.berlin.de erfolgen. Einfach den Betreff Straßenaufsicht – mangelnde Straßenreinigung auswählen, das Stichwort “Winterdienst” in der Beschreibung hinzufügen und gegebenenfalls ein Foto hochladen. Unterwegs geht das am schnellsten mit der App des Ordnungsamts (Download)

2. Auf die Fahrbahn ausweichen

Auch benutzungspflichtige Radwege müssen nicht befahren werden, wenn sie nicht ausreichend geräumt sind. Immer wenn die Bedingungen auf der Fahrbahn besser sind, dürfen Sie dorthin ausweichen. [1]

3. Luft ablassen

Bei Glätte sorgt gerignerer Luftdruck im Reifen für mehr Haftung. Die Auflagefläche erhöht sich, das Fahrrad ist einfacher zu kontrollieren.






4. Spikes-Reifen

Wer wirklich durch Eis und Schnee fahren will, sollte spezielle Spikes-Reifen nutzen. Die Metallspikes befinden sich seitlich im Mantel und greifen erst, wenn der entsprechende Luftdruck hergestellt wird.

Beispiel für einen Spikes-Reifen: SCHWALBEs „Winter” Foto: RALF BOHLE GmbH


5. Langsam fahren

Alle Verkehrsteilnhemer sollten bei Schnee und Glätte die Geschwindigkeit reduzieren. Auch wenn Sie auf einer Teilstrecke gut vorankommen, kann es nach der nächsten Kreuzung schon wieder anders aussehen. Lassen Sie sich also Zeit, jeder wird Verständnis für Ihre Verspätung haben.

6. Bremsen in der Kurve vermeiden

In vereisten Kurven sollte nach Möglichkeit weder gebremst noch stark beschleunigt werden. Stattdessen sollten Sie die Geschwindigkeit vorher reduzieren und, wenn überhaupt, leicht in die Pedale treten.

7. Sattel tiefer stellen

Wer sich sehr unsicher und wackelig fühlt, kann den Sattel etwas tiefer stellen. So haben die Füße schneller den Kontakt zum Boden*

8. Starke Beleuchtung

Ausreichende Beleuchtung ist ohnehin Pflicht. Es empfiehlt sich aber, ein wenig mehr zu investieren als nur das Mindestmaß. Denn neben der eigenen Sichtbarkeit sorgt ein hell ausgeleuchtetes Sichtfeld auch dafür, Unebenheiten und Eisbrocken rechtzeitig zu erkennen.

9. Beide Bremsen nutzen

Zwei voneinander unabhängige Bremsen sind Vorschrift. Wer sich bisher darum gedrückt hat, eine Bremse zu reparieren und sich auf die andere verlassen hat, sollte spätestens jetzt zur Tat schreiten. Denn das gleichzeitige vorsichtige Bremsen an beiden Rädern ist der schnellste und sicherste Weg, zum stehen zu kommen. Sollte bei Glatteis gar kein Bremsen mehr möglich sein: Ruhe bewahren und ausrollen lassen.

10. Vorausschauend und rücksichtsvoll fahren

Haben Sie Veständnis dafür, dass auch andere Verkehrsteilnehmer möglicherweise eingeschränkt und unsicher sind. Beharren Sie an Kreuzungen nicht blind auf Ihre Vorfahrt, rechnen Sie bei Schneetreiben damit, nicht gesehen zu werden. Rechnen Sie mit längeren Bremswegen anderer Verkehrsteilnehmer. Vor allem, wenn auf die Fahrbahn zwischen Kfz ausgewichen wird, heißt es deshalb: Abstand halten. Achten Sie verstärkt auf Fußgänger, vor allem auf Kinder und ältere Menschen.

[1] Keine Benutzungspflicht bei mangelhafter Winterräumung Der Bundesgerichtshof urteilte schon 2003: »[Es] ist weiter zu bedenken, dass Radfahrer, sofern zwar nicht der Radweg, wohl aber die daneben oder in der Nähe verlaufende Fahrbahn geräumt oder gestreut ist, die Fahrbahn benutzen dürfen.« Quelle