Brückendemo: "Liebe Politiker, liebe Verwaltung, tut endlich was!"

Fotos & Grafiken: ADFC Berlin

Bei unserer Demonstration, “Brücken für alle sicherer machen” zeigten Lichtenberger und Marzahner Radfahrende, dass sie die derzeitige Situation nicht hinnehmen. Auf der Gehrenseebrücke und dem Marzahner Knoten fehlt wie auf vielen anderen Brücken in Berlin der Platz fürs Fahrrad. Zu der Demo am 25. April 2018 hatten die ADFC-Stadtteilgruppen Lichtenberg und Wuhletal sowie das Netzwerk fahrradfreundliches Lichtenberg aufgerufen.

Mehrere 100 Meter des Marzahner Knotens und der Gehrenseebrücke sind ohne Radinfrastruktur angelegt. Radfahrende müssen sich also die Fahrbahn mit den Autos teilen. “Das macht das Radfahren in diesem Abschnitt sehr gefährlich”, sagt Hajo Legeler, Sprecher der ADFC-Stadtteilgruppe Lichtenberg, “Zumal einige Autofahrer sich nicht an die maximal erlaubten 50 km/h halten.”
Insbesondere für Kinder und unerfahrene Radfahrende ist das gefährlich, die Brücken stellen aber eine elementare Verbindung zwischen den Bezirken Lichtenberg und Marzahn dar und sind somit schwer umfahrbar.

Dabei geht es anders:

Die Gehrenseebrücke

Auf der Gehrenseebrücke am Rande des Bezirks Lichtenberg ist zurzeit nur in einer Richtung ein Gehweg für Fußgänger vorhanden. Um dem Autoverkehr mit seinen engen Überholmanövern und wildem Gehupe zu entgehen, fahren bereits heute viele Radfahrende auf dem Gehweg. Legeler schlägt vor, diesen als kurzfristige Maßnahme auch für Radfahrende freizugegeben und das Tempolimit auf 30 km/h zu senken. Als langfristige Maßnahme schlägt er eine zusätzliche Brücke auf der anderen Fahrbahnseite vor, um genügend Platz für Radfahrende und Fußgänger zu bieten.

Der Marzahner Knoten

Mattes Groeger vom Netzwerk fahrradfreundliches Lichtenberg

Beim Marzahner Knoten, der riesigen Brückenschlange im Marzahner Westen, sieht es etwas anders aus. Dort befindet sich auf der Landsberger Allee bereits ab der Kreuzung Pyramidenring ein eigener Radweg mehr. “Viele Radfahrende fahren hier auf dem Gehweg, um nicht von den Autos umgefahren zu werden. Die Polizei drückt dabei alle Augen zu, da sie weiß, wie gefährlich die Straße für die Radfahrenden ist”, sagt eine Anwohnerin und Teilnehmerin der Demonstration. Nach der Brücke über die Bahngleise endet auch der Gehweg. Eine enorme Gefahrenstelle, die viele Radfahrende zu Recht meiden.

Mattes Groeger vom Netzwerk fahrradfreundliches Lichtenberg ist entsetzt: “Seit 2012 gibt es eine Machbarkeitsstudie für den Neubau des Marzahner Knotens, doch bis heute gibt es noch keinen Termin für den Baustart.” Groeger fordert, dass beim Neubau die im Mobilitätsgesetz vorgeschriebenen Radverkehrsanlagen geschaffen werden. Er und die versammelten Demonstranten wandten sich an die Zuständigen: “Liebe Politiker, liebe Verwaltung, tut endlich was!”


Am Marzahner Knoten sollte als kurzfristige Maßnahme das Tempolimit auf 30 km/h gesenkt werden, mittelfristig sollte ein geschützter Radfahrstreifen auf dem rechten Fahrstreifen gebaut werden.

Bei der Demo bildeten die Teilnehmer gemeinsam eine provisorische “Protected Bikelane” und zeigten, wie leicht es gehen kann:

Auch R2G ändert nichts:

Evan Vosberg, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC Berlin, bemängelte, dass auch die rot-rot-grüne Landesregierung bisher keinerlei Verbesserungen für die Brücken in Lichtenberg und Marzahn veranlasst hat. Vosberg: “Wir haben jetzt bald zwei Jahre eine rot-rot-grüne Landesregierung und auf den Straßen sehen wir davon nichts!” Die Politik muss die Planungen für die Radinfrastrukur auf den Prüfstand stellen und sofort die genannten kurzfristigen Maßnahmen ergreifen. Auch auf vielen anderen Brücken in Berlin kommt der Radverkehr zu kurz.

Bei sonnigem aber windigem Wetter fuhren die Teilnehmer etwa eine Stunde durch Lichtenberg und Marzahn

Weitere Informationen:

Aufruf zur Demo

ADFC-Stadtteilgruppe Lichtenberg

ADFC-Stadtteilgruppe Wuhletal

Netzwerk fahrradfreundliches Lichtenberg