Rund 30.000 Menschen demonstrieren heute auf der ADFC-Sternfahrt für die Berliner Verkehrswende

Unter dem Motto „Rauf aufs Rad – #Verkehrswende jetzt umsetzen!“ rief der ADFC Berlin heute zu einer großen Fahrradsternfahrt auf. Auf 18 Routen fuhren rund 30.000 Radfahrerinnen und Radfahrer aus ganz Berlin und Brandenburg durch die Stadt und über Autobahnen zum Großen Stern. Damit setzten sie ein sternförmiges Zeichen fürs Fahrrad.

„Seit Jahrzehnten kämpfen zehntausende Menschen auf der ADFC-Sternfahrt für bessere Bedingungen für den Radverkehr. Seit vier Jahren schreibt das Mobilitätsgesetz deutliche Verbesserungen vor, ein riesen Erfolg für die Zivilgesellschaft. Jetzt stehen auch die Pläne für das Radnetz fest. Unser Druck geht heute weiter, denn was auf dem Papier festgeschrieben ist, muss endlich auch auf der Straße ankommen. Die Menschen auf der heutigen Sternfahrt fordern den Berliner Senat und die Bezirke mit uns dazu auf, die Verkehrswende umzusetzen und endlich stadtweit das Radnetz auszurollen“, fordert Frank Masurat, Landesvorsitzender des ADFC Berlin.

Der Koalitionsvertrag von Rot-Grün-Rot sieht unter anderem vor, Berlins Hauptverkehrsstraßen bis 2026 mit sicheren, geschützten Radwegen auszustatten. Allein die Hauptstraßen ergeben rund 1.600 Kilometer. Zusätzlich kommen hunderte Kilometer Radnetz in den Nebenstraßen. Innerhalb der ersten 100 Tage im Amt veröffentlichte die neue Mobilitätssenatorin Bettina Jarasch mit einigen Bezirken abgesprochene Radwegeprojekte. Mit der Sternfahrt 2022 fordert der ADFC Berlin Taten statt Worte.

„Die gute Nachricht: Die Mindeststandards für den Ausbau des Radnetzes hat Berlin letztes Jahr im Radverkehrsplan festgeschrieben. Die schlechte Nachricht: Derzeit ist die Stadt organisatorisch nicht dafür aufgestellt , diesen Plan und damit das Berliner Radnetz auch umzusetzen. Mit der ADFC-Sternfahrt fordern wir: Schluss mit dem Prinzip Hoffnung des Senats. Die erforderlichen finanziellen und personellen Mittel für den Radwegeausbau sind seit Jahren bekannt. Trotz besseren Wissens hat der Berliner Senat einen Haushaltsentwurf vorgelegt, der nicht mit den Zielen des Mobilitätsgesetzes vereinbar ist. Wir appellieren an die Rot-Grün-Rot-Fraktionen, dies umgehend zu korrigieren“, sagt Masurat.

Mit der 46. Sternfahrt feiern wir das Fahrrad als schnelles, gesundes und klimafreundliches Verkehrsmittel. Unsere 18 Routen mit mehr als 80 Startpunkten und einer Gesamtstreckenlänge von mehr als 1.000 Kilometern laden dazu ein, am Sonntag aufs Rad zu steigen. Nach zwei Jahren Pandemie-Einschränkungen findet die Sternfahrt endlich wieder gemeinsam mit dem Umweltfestival der Grünen Liga statt. Das freut uns besonders“, sagt SuSanne Grittner, verantwortlich für die Fahrradsternfahrt im ADFC Berlin.

Einsteigen zur ADFC-Sternfahrt konnte man an verschiedenen Orten in Brandenburg und in der ganzen Stadt Berlin. Besonderes Highlight heute war die Kinderroute. Auf einer kürzeren Route konnten Kinder und Eltern mit ihren Rädern in kindgerechtem Tempo vom Bahnhof Jannowitzbrücke zum Großen Stern fahren. Rund die Hälfte der 18 Routen traf im Bereich Wannsee zusammen und rollte über die AVUS nach Norden. Die anderen Routen trafen sich an der A100 und fuhren gemeinsam über den eigens gesperrten Südring.

Alle Routen sowie Hintergrund zur ADFC-Fahrradsternfahrt hier: ADFC-Sternfahrt 2022 am 12. Juni 2022

Pressekontakt: Lisa Feitsch, E-Mail: presse@adfc-berlin.de, Tel. (auch mobil): +49 (0)30 – 44 04 99 74