ADFC Sternfahrt 2018: 90.000 Menschen fordern saubere Luft und ein fahrradfreundliches Berlin

Unter dem Motto Radverkehr ist abgasfrei! radelten am 3. Juni 2018 rund 90.000 Menschen auf der Fahrradsternfahrt des ADFC Berlin über 19 Routen zum Brandenburger Tor. Sie forderten saubere Luft und eine fahrradfreundliche Stadt. Notwendig ist dafür die Verabschiedung des Mobilitätsgesetzes und eine rasche Umsetzung der darin enthaltenen Maßnahmen.

Nirgendwo sonst wird das Fahrrad so begeistert und bunt gefeiert wie auf der jährlichen ADFC Sternfahrt. Berlin hat einmal mehr gezeigt, dass es in den Herzen der Menschen schon eine Fahrradstadt ist – das muss jetzt in der Gestaltung der Straßen sichtbar werden.

Während in ganz Deutschland über Fahrverbote gestritten wird, zeigen die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sternfahrt, dass es auch anders geht: Jeder Weg, der mit dem Fahrrad zurückgelegt wird, hält unsere Luft sauber und schont das Klima. Mit dem Mobilitätsgesetz liegen alle Grundlagen für die Verkehrswende auf dem Tisch. Nach Aussagen der drei Koalitionsfraktionen von Grünen, Linken und SPD soll es am 28. Juni vom Abgeordnetenhaus verabschiedet werden. Nach mehreren Verzögerungen hatte die Fraktion der SPD zuletzt entgegen dem Verhandlungskonsens einen eigenen Gesetzesteil zum Autoverkehr gefordert. Diese Forderung wurde bei Koalitionsgesprächen wieder ausgeräumt. Bei der Sternfahrt forderten die Menschen, das Gesetz nun nach den vielen Verzögerungen endlich zu verabschieden und zügig umzusetzen.

Auf dem Umweltfestival vor dem Brandenburger Tor fand nach Abschluss der Sternfahrt eine Podiumsdiskussion mit Verkehrssenatorin Regine Günther, Mobilitätsforscher Andreas Knie und ADFC-Vorstandsmitglied Frank Masurat statt. “Wir reden über Radwege, aber gebaut werden keine. Aus den 90.000 Menschen auf der heutigen Sternfahrt und den 100.000 Menschen, die für den Volksentscheid Fahrrad unterschrieben haben, resultiert eine große politische Verantwortung. Sichere Radverkehrsanlagen an allen Hauptstraßen heißt Parkplätze wegnehmen – das müssen Sie jetzt tun, Frau Günther!”, forderte der ADFC-Vorstand von der Senatorin.

Danke!

Danke Organisator*innen! Die ADFC Sternfahrt wird zum größten Teil ehrenamtlich organisiert. Eine Handvoll Menschen opfern eine Menge Freizeit, damit sie jedes Jahr wieder stattfinden kann.

Danke Ordner*innen! Rund 200 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass wir alle sicher und entspannt auf 19 Routen zum Großen Stern kommen.

Danke Polizei! Die Polizei Berlin und die Brandenburger Polizei begleiten die Sternfahrt jedes Jahr und sorgt für unsere Sicherheit. Besonders freut uns, dass die Fahrradstaffel diese Aufgabe ganz ohne Motoren übernimmt.

Danke DRK und ASB! Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt die Sternfahrt seit Jahren, der Arbeiter-Samariter-Bund war zum ersten Mal dabei. Ihre Sanitäter sind ehrenamtlich für unsere Gesundheit zur Stelle.

Und vor allem: Danke, ihr alle! Unsere Forderung nach sauberer Luft und fahrradfreundlichen Städten habt ihr alle bunt, laut und mit Freude auf die Straßen getragen und damit ein großartiges Zeichen gesetzt, das es bis in die Tagesschau geschafft hat!
















Fotos: ADFC Berlin / Hanna Petruschat / Dirk Deckbar