Einladung zum FahrRat in Marzahn-Hellersdorf

Damit das Radfahren in Marzahn-Hellersdorf sicherer und komfortabler wird, brauchen wir vor allem eine bessere Infrastruktur. Wir verhandeln mit Politik und Verwaltung zu Baumaßnahmen und zu konkreten Gefahrenstellen. Komm vorbei und werde aktiv!

Der FahrRat ist ein beratendes Gremium zur Bürgerbeteiligung in Radverkehrsangelegenheiten, dieses soll politische Entscheidungsträger beraten. Seit Inkrafttreten des Mobilitätsgesetzes gibt es hierzu einen gesetzlichen Rahmen.Den FahrRat gibt es auf Landes- und auf Bezirksebene. Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf beteiligt sich die ADFC-Stadtteilgruppe Wuhletal seit Jahren am FahrRat und wies beharrlich auf die größten Gefahrenstellen hin und brachte konkrete Vorschläge ein. Unter der Leitung des früheren Stadtrats Johannes Martin fanden unseren Anliegen leider wenig Beachtung und erfolgte keine Einbeziehung des ADFC in Verkehrsplanungen. Es gab keine aussagekräftigen Protokolle und unbefriedigende Transparenz. In vielen Fragen wurde auf Zuständigkeit der Senatsverkehrsverwaltung verwiesen, ohne dass die Auseinandersetzung zwischen derselben und dem Bezirk für uns nachvollziebar war.

Immerhin: Unsere Beharrlichkeit zur Marzahner Brücke im FahrRat wurde von BVV-Verordneten aufgenommen und führte zumindest zu einem im September 2018 beschlossenen BVV-Antrag, in dem Tempobegrenzung auf 30km/h und Markierungen (Achtung Radfahrer als Piktogramm auf der Fahrbahn) auf den Brückenzufahrten von der Märkischen Allee gefordert wurden. Dieser wurde noch nicht umgesetzt.

Mit dem Übergang des Stadtratamtes an Nadja Zivkovic Ende 2018 bekam auch der FahrRat eine neue Leitung und tagte am 16.1.19 in deutlich konstruktiverer Atmosphäre als zuvor. (Siehe hierzu auch die Februarausgabe von Die Hellersdorfer, Seite 9.) Dass Frau Zivkovic sich selbst als begeisterte Radfahrerin bezeichnet und die Situation an der Marzahner Brücke als Radfahrerin kennt, macht Hoffnung, dass sie Radlerbelange ernst nimmt. Neben BVV-Verordneten und dem ADFC waren Vertreter von Nabu, BUND und Radbezirk MaHe vertreten, weiterhin der Beauftragte für behinderte Menschen und die Verkehrssicherheitsbeauftragte der Polizei. Der von uns eingebrachte Geschäftsordnungsentwurf für den FahrRat wurde am 16.1.19 mit kleinen Änderungen nach gründlicher Diskussion angenommen und bietet eine gute Grundlage für die gemeinsame Arbeit. In der Geschäftsordnung ist u. a. festgehalten, dass von jeder Sitzung ein Protokoll erstellt und zukünftig über die Bezirksamt-Website veröffentlicht werden soll.

Zur als abgeschlossen vorgestellter Maßnahme am nördlichen Blumberger Damm (zw. Landsberger Alle und Mehrower Alle westseitig)gaben wir der Stadträtin Rückmeldung. Das Aufpinseln eines sogen. Angebotsstreifens für Radfahrer auf der Fahrbahn stellt aus ADFC-Sicht keinen Gewinn dar, Radfahrende werden durch motorisierten Verkehr zu eng überholt, insbesondere durch Lkw und Bus. Dass dies gerade bei dieser Art der Verkehrsführung passiert, hat bereits die Abstandsmessung des Tagesspiegels gezeigt: 1,50m werden oft nicht eingehalten. An dem Bushalt Hohensaatener Str. ist es deutlich zu eng. Die Verkehrssicherheitsbeauftragte der Polizei bestätigt dies aus eigenem Erleben als Radfahrerin. Der ADFC hält eine Radweg-Neuanlage neben der Fahrbahn für sinnvoller und die örtlichen Bedingungen dazu für günstig.

Die Sitzungen des FahrRat MaHe sind öffentlich. Die weiteren FahrRat-Termine in 2019 sind 13.3.19 um 18 Uhr, Juni 2019 (der 4.6. kann nicht gehalten werden, neuer Termin steht noch nicht fest) um 16 Uhr beginnend mit Radtour und anschließender Sitzung und 19.12.19 um 18 Uhr. Der Ort soll barrierefrei sein und wird noch bekanntgegeben. Wir werden an dieser Stelle weiter berichten! Natürlich freun wir uns, wenn sich mehr Intressierte beteiligen!

Im nächsten FahrRat sollen die Themen nachgeholt werden, die am 16.1.nicht mehr geschafft wurden: u.a. geht es um Radabstellanlagen. Die Marzahner Brücke bleibt natürlich der Dauerbrenner. Weitere von uns eingebrachte Fragen sind Gefahrenstellen in der Louis-Lewin-Str. sowie in mehreren Straßen Behinderungen durch auf der Fahrbahn parkende Fahrzeuge bei gleichzeitig fehlendem Radweg und schlecht einsehbaren Straßenübergängen (ADK, Raoul-Wallenberg,Grottkauer,…). Zum Bauvorhaben an der Brücke südlicher Blumberger Damm (über die S5) möchten wir erfahren, wie u.a. der Radverkehr in der Bauphase und danach gestaltet wird, die gegenwärtige Verkehrssituation für Radler im Brückenbereich haben wir im FahrRat letzten Mai kritisiert. Und wir möchten den Vorschlag einbringen, die Cottbusser Str. und Glambecker Ring+Parsteiner Ring fahrradfreundlicher zu gestalten.

Im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf ist weiterhin eine der vorgesehenen zwei Stellen für Radverkehrsplaner vakant; die Stellenausschreibung haben wir mehrfach moniert, sie fehlt weiterhin auf der Bezirksamt-Website.