Wedding, Dohnagestell – erste Verbesserung

Der Straßenzug Transvaalstraße / Dohnagestell könnte eine gute Verbindung zwischen dem Afrikanischen Viertel (Wedding) und der Seestraße sein (zur Weiterfahrt u.a. nach Plötzensee, Virchow-Klinikum und Moabit). Jetzt wurde wenigstens der katastrophale benutzungspflichtige Radweg vor der Ampel an der Seestraße etwas hergerichtet, sodass er befahrbar ist ohne Gefahr für Radfahrer*innen und Fahrräder.

Dohnagestell OSM-Karte Die Strecke zwischen der Afrikanischen Straße und der Seestraße durch Transvaalstraße und Dohnagestell ist eine Zufahrt zum Volkspark Rehberge und zum Freibad Plötzensee und dient als wichtige Verbindung zwischen Wedding (Afrikanisches Viertel) und den südlich oder westlich angrenzenden Stadtteilen wie Moabit und Charlottenburg-Nord. Die Straße wird vom Kraftverkehr als „Schleichweg‟ zur Umfahrung der Seestraße genutzt. Gleiches könnte für den Radverkehr gelten – wenn die Infrastruktur für Radfahrer*innen geeignet wäre.

Aber der Zustand lässt sehr zu wünschen übrig: In jeder Richtung gibt es einen schmalen Gehweg, einen schmalen Radweg (Hochbord, etwa 1m breit, ohne Sicherheitsabstand zu Gehweg und parkenden Autos), eine Parkspur und eine Fahrspur. Der Radweg kann mangels Sicherheitsabstand nicht benutzt werden. Soweit die Parkspur frei ist, steht sie dem Radverkehr zur Verfügung – aber nicht bei schönem Wetter am Wochenende. Ansonsten bleibt nur die Nutzung der Fahrspur; wegen des Sicherheitsabstands von 1 bis 1,5m zu den parkenden Autos („Dooring Zone‟) kann kein Kraftfahrzeug mehr überholen. Je nach Stimmung und Einstellung führt das zu Stress, Ärger, Beleidigung, Gefährdung.

Beim letzten Abschnitt des Radwegs vor der Seestraße wurde die Benutzungspflicht nicht aufgehoben, damit der Kraftverkehr an der Ampel zweispurig halten und fahren kann. Dieser Abschnitt war bisher in einem katastrophalen Zustand: Bisheriger Zustand des benutzungspflichtigen Radwegs Der Radweg ist hier theoretisch 105cm breit (zwischen Bordsteinkante und befestigtem Rand). Das linke Bild zeigte den bröckelnden Asphalt an der Auffahrt zum benutzungspflichtigen Abschnitt, das mittlere Bild den ersten unbefestigten Abschnitt mit Baumwurzeln, das rechte Bild den zweiten von drei unbefestigten Abschnitten. Wegen der Bäume waren teilweise nur 65cm Breite nutzbar, an den Wurzeln nur 20cm. Die unbefestigten Abschnitte waren etwa 5,50m lang. Die Benutzung dieses „Radwegs‟ gefährdete Radfahrer*innen und Fahrräder – niemand erwartete bei Benutzungspflicht einen solchen inakzeptablen Zustand.

Während des Winters 2018/19 hat sich das Tiefbauamt dieser Problemstelle angenommen: Zwei Bäume wurden gefällt, Wurzeln und Teile der Stümpfe entfernt, die entsprechenden Abschnitte befestigt (zweimal mit Asphalt) und in der Breite angeglichen. Schon wegen der mangelnden Breite reicht diese Art Radweg nach wie vor nicht aus, aber wenigstens kann er jetzt ohne Sturzgefahr befahren werden.

Dieser Mangel bestand seit mehreren Jahren. Die Verzögerungen bei der Beseitigung sind wohl ein Beispiel dafür, was in der Vergangenheit alles falsch lief: fehlendes Personal in den Ämtern, kein Geld für die Reparatur, fehlende Genehmigung der VLB (wegen der Baumfällung musste die Straße zeitweise gesperrt werden).

Das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks möchte gerne eine „richtige‟ Infrastruktur für den Radverkehr einrichten. Das wird wohl noch weitere Jahre auf sich warten lassen – schon wegen der geringen Breite der Straße ist fraglich, was und wie hier geplant und gebaut werden kann. Aber wenigstens ist der erste Schritt zur Verbesserung erledigt.

Jürgen Thomas (Pankow)