Gefährliches Pflaster. Radunfälle 2018 in Berlin-Reinickendorf

Radunfälle-2018 Bln-Rdrf
Radunfälle-2018 in Bln-Reinickendorf

Radelnde sind einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt.
Im Gegensatz zum Auto hat ein Fahrrad keine Knautschzone. Radelnde tragen daher bei Unfällen häufig körperliche Verletzungen davon. Wie hoch das Verletzungsrisiko im Straßenverkehr für Radelnde ist, wird durch die Unfallstatistik eindrucksvoll belegt.

Glücklicherweise gab es im Jahr 2018 keinen tödlichen Radunfall im Bezirk Reinickendorf. Das heißt jedoch nicht, dass Radelnde in Reinickendorf sicher und unbehelligt auf den Straßen unterwegs sein können. Wie die Unfallstatistik [1] des Jahres 2018 zeigt, ereigneten sich allein in Reinickendorf über 200 Radunfälle. Davon waren bei mehr als 30 Unfällen Schwerverletzte zu beklagen. Grund hierfür ist häufig die fehlende oder kaum gepflegte Infrastruktur.


Das klimafreundliche Verkehrsmittel Fahrrad zahlt einen hohen Tribut und wird von den politisch Verantwortlichen immer noch dem motorisierten Individualverkehr untergeordnet. Der volkswirtschaftliche Schaden, der dadurch entsteht, ist um ein Vielfaches höher, als der Ausbau sicherer Radwege kosten würde. Das Fahrrad kann zwar nicht alles ersetzen, aber es kann einen nennenswerten Beitrag zum Umweltschutz wie auch zur Verkehrsentlastung leisten, wenn eine sichere und bequeme Nutzung gewährleistet ist.Ein Umdenken bei den Entscheidungsträgern ist längst überfällig – oder muss es in Reinickendorf erst tote Radelnde geben?


radunfaelle-2018-Bln-Reinickendorf Karte der Radunfälle 2018

Die Unfallkarte gibt Hinweise, wo dringender Handlungsbedarf besteht. Viele unzulängliche Stellen sind seit Jahren bekannt – ohne dass es vorangeht.Es fehlt nicht am Geld, es hapert an Zuständigkeiten, an fehlenden Planungen und oftmals am politischen Willen.


Man braucht nicht die Abschaffung des motorisierten Individualverkehrs zufordern, der tägliche Stau zeigt, wie sich das Auto selbst im Weg steht. Es muss zielgerichtet in Verbesserungen für ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehrinvestiert werden, damit sie als Alternativen attraktiv werden.


Quelle:

1 unfallatlas.statistikportal.de/app/UnfalldatenDownload/Unfallorte2018_LinRef_csv.zip