10 Tipps zum Radfahren im Winter

Viele Menschen fahren das ganze Jahr über gern mit dem Fahrrad – auch im Winter. Wir geben 10 Tipps, um bei Schnee und Glätte sicher unterwegs zu sein.

1. Melden von ungeräumten Radverkehrsanlagen

Dem Gesetz zufolge muss Schnee auf Radstreifen komplett beseitigt werden. Radwege neben verkehrswichtigen Straßen sollen zeitnah zur Fahrbahn geräumt und gestreut werden. Der Schnee darf nicht auf Radwege und deren Zufahrten geschoben werden. Die BSR bittet um Mithilfe: Nicht geräumte Radverkehrsanlagen können telefonisch oder per Formular hier gemeldet werden: https://www.bsr.de/kontakt-19938.php

2. Auf die Fahrbahn ausweichen

Bis ein Radweg geräumt ist, radelt man auf der Fahrbahn meist sicherer. Auch benutzungspflichtige Radwege müssen nicht befahren werden, wenn sie nicht frei von Schnee und Eis sind. [1]

3. Luft ablassen

Bei Glätte sorgt geringerer Luftdruck im Reifen für mehr Haftung. Die Auflagefläche erhöht sich und das Fahrrad ist einfacher zu kontrollieren.

4. Spikes-Reifen

Maximale Kontrolle bei Eis und Schnee erhält man durch Reifen mit Spikes. Die Metallstifte befinden sich meist seitlich im Mantel und greifen erst, wenn der entsprechende Luftdruck hergestellt wird. Für Fahrräder gibt es keine Winterreifenpflicht. Im Gegensatz zu Autofahrern dürfen Radfahrer Spikereifen benutzen, denn sie beschädigen die Straße nicht.

Beispiel für einen Spikes-Reifen: SCHWALBEs „Winter” Foto: RALF BOHLE GmbH

5. Langsam fahren

Alle Verkehrsteilnehmer sollten bei Schnee und Glätte die Geschwindigkeit reduzieren. Überlegen Sie sich gut, wie sehr Sie beschleunigen – Glätte oder Eisbrocken können überraschend auftauchen. Fahren Sie lieber etwas früher los und kommen Sie entspannt an.

6. Bremsen in der Kurve vermeiden

In vereisten Kurven sollte nach Möglichkeit weder gebremst noch stark beschleunigt werden. Stattdessen sollten Sie die Geschwindigkeit vorher reduzieren und, wenn überhaupt, leicht in die Pedale treten.

7. Sattel tiefer stellen

Wer sich sehr unsicher und wackelig fühlt, kann den Sattel etwas tiefer stellen. So haben die Füße schneller den Kontakt zum Boden.

8. Gute Beleuchtung, ohne zu blenden

Front- und Rückleuchte sind Pflicht. Sparen Sie hier nicht am falschen Ende – ein guter Frontscheinwerfer kostet mindestens 20 Euro. Der Lichtkegel gehört auf den Boden einige Meter vor dem Fahrrad. Ist der Scheinwerfer höher eingestellt, blendet er andere! Schräg nach unten gerichtet sorgt er außerdem dafür, Unebenheiten und Eisbrocken rechtzeitig zu erkennen.

9. Beide Bremsen nutzen

Zwei voneinander unabhängige Bremsen sind Vorschrift. Das gleichzeitige vorsichtige Bremsen an beiden Rädern ist der schnellste und sicherste Weg, zum Stehen zu kommen. Sollte bei überraschendem Glatteis gar kein Bremsen mehr möglich sein: Ruhe bewahren und ausrollen lassen.

10. Vorausschauend und rücksichtsvoll fahren

Haben Sie Verständnis dafür, dass andere Verkehrsteilnehmende möglicherweise ebenfalls eingeschränkt und unsicher sind. Rechnen Sie mit längeren Bremswegen anderer Verkehrsteilnehmender. Vor allem, wenn auf die Fahrbahn zwischen Kfz ausgewichen wird, heißt es deshalb: Abstand halten. Achten Sie verstärkt auf Fußgängerinnen und Fußgänger, vor allem auf Kinder und ältere Menschen. Vor allem bei Schneefall erhöht reflektierende Kleidung die Sichtbarkeit.

Zuletzt…

… kann auch die Nutzung eines mehrspurigen Fahrrades eine Lösung sein. Im Besonderen Velomobile, Velocars und Liegeräder mit drei oder vier Rädern sind durch ihren niedrigen Schwerpunkt auch bei höheren Geschwindigkeiten sehr kippstabil. Sie werden zugleich auf der Fahrbahn respektiert und sehr gut wahrgenommen.
Auch mehrspurige Lastenräder, wie sie bei der fLotte entliehen werden können, eignen sich gut für den Winterbetrieb. Gerade für unsichere Radfahrende können mehrspurige Räder nicht nur im Winter eine praktische Alternative sein.


[1] Keine Benutzungspflicht bei mangelhafter Winterräumung: Der Bundesgerichtshof urteilte 2003: »[Es] ist weiter zu bedenken, dass Radfahrer, sofern zwar nicht der Radweg, wohl aber die daneben oder in der Nähe verlaufende Fahrbahn geräumt oder gestreut ist, die Fahrbahn benutzen dürfen.« Quelle