Sichere Wege über die Marzahner Brücke! Demo 10.04.2019

Ringen um bessere Radwegesituation über die Marzahner Brücke bisher erfolglos. Von unserer Demo am 10.04.2019 und von unseren Ideen und Forderungen.

Am 10. April 2019 demonstrierten wir gemeinsam mit der ADFC-Stadtteilgruppe Lichtenberg und dem Netzwerk Fahrradfreundliches Lichtenberg und Radbezirk MaHe auf der Gehrenseebrücke und der Marzahner Brücke. Diesmal nahmen wir mit der Märkischen Allee und Alt-Biesdorf (B1/B5) noch weitere Problemzonen ins Visier.

In der Märkischen Allee bestehen keine Radwege, dafür ist die rechte der 3 Fahrbahnen überwiegend mit Lkw vollgeparkt. Wir fordern hier einen geschützten Radstreifen statt statt der Lkw-Parkspur! In der BVV wurde im April 2019 von den Grünen ein entsprechender Antrag gestellt, der beginnend im Verkehrsausschuss behandelt wurde, wo er im Mai 2019 nochmal auf die Tagesordnung kommt. Wir bleiben dran!

Auf der Nordseite der B1/B5 gibt es zwischen zwischen Blumberger Damm und Märkischer Allee zwar einen auf der Fahrbahn markierten Radstreifen- dieser ist jedoch zu schmal und Radfahrende werden zu eng überholt. Zudem werden sie wegen der direkt rechts parkenden Fahrzeuge durch sich öffnende Autotüren gefährdet. Dieser Bereich ist auch Schulweg für das nahegelegene Otto-Nagel-Gymnasium. Wir fordern, in diesem Abschnitt an der B1 das Parken zu unterbinden und einen ausreichend breiten geschützten Radstreifen zu schaffen. Auf unserer Demo entrollten wir ein Modell einer Protected Bike Lane- so sicher und bequem könnte Radfahren dort immer sein!

Unsere Forderungen für die Marzahner Brücke:

Rede auf der Marzahner Brücke 10.4.19

Wir stehen hier auf der Überführung der Landsberger Allee über die S7 und die Märkische Allee. Auch Marzahner Knoten genannt.

Beim Bau dieser Brücken wurde der Radverkehr schlicht vergessen. Es gibt bis heute keine Radwege. Der Autoverkehr fließt in beide Richtungen mit Tempo 50 auf 3 Spuren. Dies führt zu engen und gefährlichen Überholmanövern. Noch brenzliger wird es an den Auf- und Abfahrten. Hier werden Radfahrende durch kreuzende Fahrzeuge gefährdet.

Ein Neubau der gesamten Brückenanlage wird bereits geplant, Baubeginn ist frühestens 2021. Wir fordern, beim Brückenneubau endlich sichere Radwege zu schaffen! Der ADFC wird sich aktiv in die Planungen einbringen. Eins ist klar: dieser komplexe Verkehrsknoten stellt die Planer vor Herausforderungen. Der ADFC Wuhletal schlägt daher vor, eine separate Brücke in Leichtbauweise für den Rad- und Fußverkehr zu schaffen. Damit ließen sich die Konflikte am besten vermeiden.

Für die geplante Radschnellroute entlang der Landsberger Allee, beginnt ab 2020 eine Machbarkeitsstudie. Wir fordern, die Idee einer separaten Brücke ernsthaft zu prüfen. Liebe Planer, zeigt mal Mut für einen innovativen Entwurf. Einem Entwurf der der Metropole Berlin gut zu Gesicht stünde! Mal eben aus Mitte in die Gärten der Welt radeln – das hat touristisches Potential!

Aber das ist noch Zukunftsmusik. Es braucht jetzt schnelles Handeln, um die schlimmsten Gefahren umgehend zu entschärfen. Dafür können wir nicht bis 2021 warten!

Wir haben Vorschläge zu 4 Maßnahmen erarbeitet. Diese lassen sich schnell und mit überschaubaren Kosten umsetzen.

1. Maßnahme

Tempo 30 auf den Auffahrten zur Brücke und einen Gefahrenhinweis als Piktogramm auf der Fahrbahn. Dies wurde bereits im September 2018 in der BVV beschlossen. Allerdings bis heute nicht umgesetzt. Das nehmen wir nicht länger hin!

2. Maßnahme

Wir fordern, den Gehweg auf der Nordseite für den Radverkehr in beide Fahrtrichtungen freizugeben. Damit lassen sich die gefährlichen Zu- und Abfahrten auf der Südseite vermeiden. Es braucht dafür eine Ausschilderung ab der Ampel Pyramidenring. Nach der Ampel gibt es keine Chance mehr, die Straße zu queren.

3. Maßnahme

Die Unterführung bei der Knorr-Bremse sollte mit einer Rampe ausgebaut, beleuchtet und ausgeschildert werden. Den Schleichweg finden aktuell nur Ortskundige. Durch die Treppe ist er für Radfahrende aktuell nicht wirklich geeignet.

4. Maßnahme

Auf der Landsberger Allee im Brückenbereich – überall da, wo Radwege fehlen – braucht es eine Tempobegrenzung auf 30 km/h – SOFORT. Und natürlich braucht es auch die entsprechenden Kontrollen durch die Polizei!

Es geht uns um die Sicherheit für Radfahrende auf dem Marzahner Knoten und damit um Menschenleben. Unfallwahrscheinlichkeit und Unfallfolgen sind bei Tempo 30 wesentlich geringer. Zudem steigert sich das Sicherheitsempfinden und mehr Menschen trauen sich aufs Rad.

Wir fordern hier nicht mehr und nicht weniger als die Anwendung des Mobilitätsgesetzes. Jeder soll sicher ans Ziel kommen. Das Fahrrad soll eine attraktive Alternative zum Auto sein.

Wir fordern, dass die Vision Zero für die Politik zur Maxime wird, konkret auf dieser Brücke: alles Notwendige und Machbare auszuschöpfen, um schwere Unfälle zu vermeiden.

Wir machen weiter-auch auf anderer Ebene

Auch im bezirklichen FahrRat weisen wir unermüdlich auf die Gefahren für Radfahrer auf der Marzahner Brücke hin. Wir unterbreiteten Vorschläge zu kurzfristiger Gefahrenentschärfung und zu langfristiger Gestaltung. Einer grundlegenden Veränderung vor der (frühestens 2021 zu erwartenden) Brückensanierung sind die politischen Entscheidungsträger bisher leider nicht zugänglich.

Der Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses setzt sich ebenfalls mit unseren Vorschlägen zur Gefahrenentschärfung auseinander. Wir stehen mit den Abgeordneten im Kontakt.