Sichere Wege über die Marzahner Brücke!

Ringen um bessere Radverkehrssituation über die Marzahner Brücke erbrachte kleine Teilerfolge.

Von unseren Forderungen und der bisherigen Umsetzung im Rahmen des Petitionsverfahrens.

Vom Stand der Planungen des Brückenneubaus.

Mit den Marzahner Brücken, auch Marzahner Knoten genannt, überquert die Landsberger Allee die S7 und die Märkische Allee. Beim Bau dieser Brücken wurde der Radverkehr schlicht vergessen. Es gibt bis heute keine Radwege. Der Autoverkehr fließt in beide Richtungen mit Tempo 50 auf 3 Spuren. Dies führt zu engen und gefährlichen Überholmanövern. Noch brenzliger wird es an den Auf- und Abfahrten. Hier werden Radfahrende durch kreuzende Fahrzeuge gefährdet.

Seit der Gründung der ADFC-Stadtteilgruppe Wuhletal 2009 setzen wir uns für eine sicherere Gestaltung ein, sowohl kurzfristig als auch beim geplanten Brückenneubau. Da weder Gespräche mit den jeweiligen Bezirksstadträten noch unser Demonstrieren auf der Brücke zu spürbaren Veränderungen führte, startete ein ADFC-Mitglied eine Petition. Auch im Petitionsverfahren lehnte die zuständige Verkehrslenkung Berlin zunächst jegliche Veränderung ab. Erst nach einem vom Petitionsausschuss organisierten Ortstermin am 23.10.2019 wurden der Verkehrslenkung kleine Zugeständnisse abgerungen, die bis zum Herbst 2020 umgesetzt wurden. Diese sind zwar nicht der große Wurf, Radverkehrsanlagen wird es erst mit dem Brückenneubau geben. Sie schafften aber zumindest Erleichterungen und mehr Sichtbarkeit des Radverkehrs auf der Brücke. Ohne Beharrlichkeit vieler Radaktivist*innen würde es diese nicht geben. Danke an alle Unterstützer*innen!

Vorschläge des ADFC zu Sofortmaßnahmen

  • Tempo 30 auf den Auffahrten zur Brücke und einen Gefahrenhinweis als Piktogramm auf der Fahrbahn. 2018 durch einen BVV-Beschluss befürwortet. Von der VLB abgelehnt.
Stand Dezember 2020: weiterhin abgelehnt.
  • den Gehweg auf der Nordseite für den Radverkehr in beide Fahrtrichtungen freigeben. Damit ließen sich die gefährlichen Zu- und Abfahrten auf der Südseite vermeiden. Es bräuchte dafür eine Ausschilderung ab der Ampel Pyramidenring. Nach der Ampel gibt es keine Chance mehr, die Straße zu queren. Von der VLB abgelehnt.
Stand Dezember 2020: weiterhin abgelehnt.
  • Eine Rampe an der Treppe südseitig an der Unterführung zur Knorr-Bremse

Im Herbst 2020 wurde die Rampe durch das Straßen- und Grünflächenamt fertiggestellt. Ein Provisorium, doch eine pragmatische Lösung und eine Erleichterung.

  • entweder eine Fahrspur zur Radspur umwidmen oder Tempo 30 auf der Landsberger Allee im Brückenbereich.

Von der VLB abgelehnt. Im Sommer 2020 wurden zumindest die Tempo-50-Schilder kenntlicher gemacht und auf allen Fahrspuren der Landsberger Allee Piktogramme „Achtung Radfahrer“ aufgebracht. Auf der nördlichen Auffahrt von der Märkischen auf die Landsberger Allee wurden endlich die Ausweisung von 60 auf 50 km/h reduziert und die Auffahrmöglichkeit auf den Fußweg nachgebessert.

  • Kontrollen durch die Polizei!
Unser Antrag auf einen festen Blitzer auf der Brücke wurde im Dezember 2019 durch die Polizei Berlin abgelehnt. Mobile Geschwindigkeitskontrollen sollen erfolgen. Für geforderte Kontrollen der Überholabstände gebe es kein zertifiziertes Messverfahren.

Hier unser Antrag zum Nachlesen: Download

  • Nur mündlich erhielten wir beim Ortstermin 2019 eine Rückmeldung auf unseren Vorschlag, eine separate Brücke in Leichtbauweise für den Fuß- und Radverkehr zu schaffen, um schnellstmöglich die Situation für Fuß- und Radverkehr zu verbessern.

Sei durch die Senatsverkehrsverwaltung geprüft und aus Platzmangel nicht möglich.

Die schriftliche Stellungnahme der Senatsverkehrsverwaltung zu den beim Ortstermin 2019 besprochenen Vorschlägen ist hier nachzulesen: Download

Beim Ortstermin 2019 wurde bekräftigt, dass für die Bauphase Alternativrouten für den Radverkehr ertüchtigt werden müssen, besonders die Allee der Kosmonauten. Das Thema wurde im FahrRat weiter vorangetrieben.

Stand Dezember 2020 ist in der Bezirkspolitik unstrittig, dass die Allee der Kosmonauten in gesamter Länge durchgehende gute Radverkehrsanlagen erhalten soll. Im Abschnitt zwischen Rhinstraße und Beilsteiner Straße gehen die Arbeiten zu Grünmarkierung und einem geschützten Radstreifen voran.

Mehr zur Allee der Kosmonauten findet ihr bei der Infravelo.

Als in der Pandemiesituation PopUp-Radwege in anderen Bezirken entstanden, drängte auch der FahrRat Marzahn-Hellersdorf auf Pop-Up-Radwege sowohl auf der Marzahner Brücke als auch in der Allee der Kosmonauten. Von der Bezirksstadträtin wurden zunächst PopUp-Radwege insgesamt abgelehnt. Nach breitem Protest räumte sie im August 2020 ein, nur auf der Allee der Kosmonauten PopUp-Radwege zu befürworten und dafür Unterstützung bei der Senatsverkehrsverwaltung zu beantragen.

Stand Dezember 2020 bestehen nirgends im Bezirk PopUp-Radwege.

Zu Grundzügen des Brückenbauvorhabens

Im Januar 2020 gab es eine Informationsveranstaltung der Senatsverkehrsverwaltung für Bürger im UCI-Kino.

Dies war die Präsentation: Download

Es werde nicht mit einem Planfeststellungsverfahren gerechnet. In 2021 werden vorbereitend Leitungen verlegt. In 2022 wird der Beginn und in 2028 der Abschluss der eigentlichen Brückenneubauten erwartet. Diese erfolgen in 3 Abschnitten. Es wird jeweils eine der 3 Brücken neugebaut, die zugehörige alte Brücke dann abgerissen, daher wird es Fahrbahnverschwenkungen inklusive der Tram und auch zeitweise Vollsperrungen geben. Zur Radverkehrsführung in der Bauphase gab es noch keine Übersicht. Der motorisierte Verkehr werde phasenhaft auf einer Fahrspur pro Richtung geregelt. Nach Bauabschluss gäbe es beidseits Radwege von meist 2 m Breite sowie Gehwege und Barrierefreiheit.

Seit der Präsentation haben sich einige Planungsdetails geändert. Auf der Landsberger Allee soll es keine Fahrradweichen geben. Der Radverkehr entlang der Märkischen Allee soll mindestens zwei der Rampen zur Landsberger Allee mit einer Tunnellösung unterqueren. Das kann man auf dieser Darstellung erkennen:

Download

Der ADFC setzt sich unter anderem dafür ein, dass die Tunnellösung an allen vier Rampen ein möglichst direktes Durchfahren in der Märkischen Alle ermöglicht, und dass die Märkische Allee Radwege komfortabler Breite erhält.